ELTERNSCHAU

ELTERNSCHAU

ein polychromes Triptychon aus Theaterstück, Ausstellung und Fotografien

Die ELTERNSCHAU feierte 2016 Premiere und ging jüngst ins dritte Spieljahr im Theater im Pumpenhaus Münster. Zudem wurde die Inszenierung im Rahmen der moNOkultur – Veranstaltungsreihe „WILDWUCHS Freie Szene Münster“ und als Gesamtprojekt im Rahmen der LWL Fachtagung „Familienbilder“ in Münster gezeigt.

Die ELTERNSCHAU ist entstanden in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus Münster und in Kooperation mit der Fachhochschule Münster / Fachbereich Design (MSD – Münster School of Design) und der HFS Ernst Busch Berlin / Studiengang Zeitgenössisches Puppenspiel.

Die Inszenierung

Mit dem Begriff Gartenschau verbinden sich Assoziationen von blühenden Parklandschaften, gebuchsbaumten Stadträndern und Tulpenmeeren. Und was hat es mit der ELTERNSCHAU auf sich? Anschauungsobjekt in diesem theatralen Biotop ist die Gattung Eltern. Goldgräbergleich wird mit bloßen Händen nach dem vermeintlichen Glück der Elternschaft gebuddelt und in der Tiefe gescharrt. Im Spannungsfeld zwischen Seligkeit, Erfüllung, den Tücken der eigenen Ansprüche und vorhöllischer Erschöpfung, tut sich das wahre Leben auf. Inklusive der Blessuren und Abgründe im Kosmos von Brutpflege und Aufzucht. Im experimentellen Spiel mit idealtypischen Situationen, als auch ungeschönten emotionalen Grenzgängen, schöpft Regisseurin Silvia Jedrusiak mit ihrem internationalen Ensemble aus dem Vollen des Elterndaseins. Es entstehen sinnliche Bilder, die sich nicht scheuen, auch die brachialen Gefühle und Energien von Eltern und Kinderlosen blank zu ziehen.

Das Melodram der Selbstzerfleischung, das Zerren und Ringen darum, selber noch zu wissen, wie man heißt, der ersehnte Luxus, alleine atmen zu dürfen, der Stolz auf das selbst erzeugte, natürlich prächtige Kind, engelsgleich – wenn es denn mal schläft….. .

In dieser Inszenierung, die exemplarisch den Blick freischaufelt auf die Ambivalenzen des vielgepriesenen Elternglücks, agieren zwei Physical Theatre-Darsteller, eine Maskenspielerin und ein Schauspieler. Die ELTERSCHAU versucht sich im künstlerischen Kalibrieren des tapferen Weiterliebens, trotz Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit.

Ein tragikomischer, befreiender und packender Ritt ins Elterndasein.

Presse (WN, 20.9.2016) – „Ein originelles Kunst-Stück, wohltuend ironisch und ganz nah dran…“

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Eine von vielen begeisterten Zuschauerstimmen: „Ein echtes Juwel hat Silvia Jedrusiak da geschaffen! Aufs Wesentliche reduziert, ohne falsche Sentimentalität und mit ästhetischer Punktlandung geht das Ding volle Kante in den Bauch.“

Mit: Carola Bärtschiger, Gloria Iberl-Thieme, Matthias Maat, Stefan Názay

Regie/Konzept/Produktionsleitung: Silvia Jedrusiak, Dramaturgie: Peter Wallgram, Regieassistenz: Janna Grasemann, Mareike Fiege Choreografie: Christina Flick, Judit Abegg, Musik: Ata Güner, Bühne: H2S2, Kostüme: Elisa Pelkmann, Maskenbau: Judith Mähler, Lichtkonzept: Johannes Sundrup, PR: Rita Roring, Fotos: Erich Saar Projektbegleitung: Monika C. Müller, Dank an: Die Forschungsgruppe (siehe Programmheft)

Eine Produktion von: Silvia Jedrusiak, in Koproduktion mit: Theater im Pumpenhaus, in Kooperation mit: Fachhochschule Münster / Fachbereich Design (MSD – Münster School of Design) und der HFS Ernst Busch Berlin / Studiengang Puppenspiel

Förderer: Kulturamt der Stadt Münster, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Unterstützt von: dm (Drogeriemarkt), Cibaria, Kreativ-Haus e.V., Gartencenter Schrieverhoff

Die Ausstellung zur ELTERNSCHAU

thematisiert die Frage, ob es eine Anleitung für perfektes Elternsein gibt, wie es in vielen Elternratgebern suggeriert wird. Durch den Vergleich des Wachstumszyklus einer Tomatenpflanze mit den Lebensphasen, die Eltern durchlaufen, wird dem Besucher ein erster Einstieg in die Thematik gegeben. Jede Phase hat ihre eigenen Anforderungen und Schwierigkeiten, Faktoren wie Zeit, Familie und Beruf, Selbstverwirklichung, Selbst- und Fremdbilder, Partnerschaft, Scheitern und Grenzerfahrungen spielen eine Rolle. Der Besucher wird teilweise interaktiv dazu aufgefordert sich mit Wunsch und Realität des Elternseins auseinanderzusetzen.

Die Fotografien zur ELTERNSCHAU

unter diesem Titel wird eine umfangreiche fotografische Sammlung verschiedenster Elterntypen gezeigt. In Anlehnung an die Form des klassischen »Herbariums« soll eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Realitäten und Lebensentwürfe verdeutlicht werden.

Zuschauerstimmen

Carola von Seckendorff, Schauspielerin und Regisseurin: „Vielen Dank für die schöne und ungewöhnliche Arbeit! Es hat mich in den besten Momenten an Jaques Tati erinnert. Es war sehr „strange“, sehr eigen. Schön mit den verschiedenen Sprachen, die dann gar nicht wichtig waren, sondern die Bilder, der Körper, die Zeit, der Rhythmus. Toll fand ich auch als Gegenpol, den Kinderlosen. Alles in allem wirklich sehr bemerkenswert! Auch alles rundherum. Die Ausstellung dazu! Großartig.“

Tugsal Mogul, Regisseur und Schauspieler: „Vielen Dank für diesen schönen Abend. Glückwunsch an Silvia Jedrusiak für ihren Mut, diese Ruhe in ihre Inszenierung zu bringen. Das Stück ist außergewöhnlich. Es gab ganz viele wunderschöne Momente, wo ich assoziativ einsteigen konnte. Zum Teil sehr philosophisch. Ich hoffe, dass die ELTERNSCHAU noch öfters gezeigt werden darf. Zumindest auch in den Niederlanden, Österreich und in der Schweiz, bei der Besetzung!“

Johannes Fundermann, Regisseur: „Ein echtes Juwel hat Silvia Jedrusiak da geschaffen! Aufs Wesentliche reduziert, ohne falsche Sentimentalität und mit ästhetischer Punktlandung geht das Ding volle Kante in den Bauch.“

Sarah Christine Giese, Sprecherzieherin: „Ich muss hier einfach nochmal meine Begeisterung über Silvia Jedrusiaks Arbeit hinterlassen. Wie präzise, klar und reduziert sie gezeichnet hat. So abstrakt, und doch so unglaublich emotional konkret. Zum laut lachen und bewegt sein, dabei aber permanent angespannt. Und das, obwohl ich eigentlich kaum Beziehung zum Thema habe. Es war ein Fest.“

Agnieszka Janowska, Schauspielerin: „Danke für die „Elternschau“! Klar, klug, reduziert, auf den Punkt gebracht. Witzig. Geht unter die Haut. Benennt Dinge, die wir nicht zu fassen glauben. Bilder, die sitzen. Merci!“

Prof. Dr. Hermann Dornhege, Fachbereich Design: „Vielen Dank für die Gelegenheit mit Euch allen zusammen zu arbeiten – es war eine wunderbare Erfahrung. Und das Ergebnis lässt sich sehen! Eine sehr dichte, poetische, nachhaltige Inszenierung mit tollen Schauspielern voller Energie. Chapeau!“

Dokumente

ELTERNSCHAU Flyer (ohne Ausstellung)

ELTERNSCHAU Plakat (ohne Ausstellung)

ELTERNSCHAU_Plakat (mit Ausstellung)

ELTERNSCHAU Flyer (mit Ausstellung)

ELTERNSCHAU Programmheft